MQL (Marketing Qualified Lead)
Ein Lead, der durch sein Verhalten und Profil als bereit für weiterführende Marketing-Maßnahmen eingestuft wurde.
Definition
Ein Marketing Qualified Lead (MQL) ist ein potenzieller Kunde, der durch sein Verhalten und seine demografischen Merkmale signalisiert hat, dass er für Marketing-Maßnahmen empfänglich ist und ein erhöhtes Kaufinteresse zeigt. Im B2B-Kontext bedeutet dies, dass der Lead bestimmte vordefinierte Kriterien erfüllt hat – etwa das Herunterladen eines Whitepapers, die Teilnahme an einem Webinar oder wiederholte Besuche der Pricing-Seite. Ein MQL befindet sich im Marketing-Funnel zwischen einem einfachen Lead und einem Sales Qualified Lead (SQL) und ist damit ein wichtiger Meilenstein im Lead-Management-Prozess.
Warum ist MQL (Marketing Qualified Lead) wichtig?
Die Qualifizierung von Leads als MQL ist für B2B-Unternehmen aus mehreren Gründen entscheidend. Zunächst ermöglicht sie eine effiziente Ressourcenallokation: Anstatt dass das Vertriebsteam Zeit mit unqualifizierten Kontakten verschwendet, kann es sich auf Leads konzentrieren, die bereits ein nachgewiesenes Interesse haben. Ein Softwareunternehmen, das Enterprise-Lösungen verkauft, könnte beispielsweise festlegen, dass ein Lead erst dann als MQL gilt, wenn er aus einem Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern stammt und mindestens zwei Content-Pieces heruntergeladen hat.
Darüber hinaus schafft das MQL-Konzept eine gemeinsame Sprache zwischen Marketing und Vertrieb. Beide Abteilungen einigen sich auf klare Kriterien, wann ein Lead übergeben wird. Dies reduziert Konflikte und erhöht die Conversion-Rate entlang des gesamten Funnels. In der Praxis zeigt sich: Unternehmen mit klar definierten MQL-Kriterien erreichen bis zu 50% höhere Abschlussquoten, da der Vertrieb zur richtigen Zeit mit den richtigen Leads in Kontakt tritt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Messbarkeit des Marketing-Erfolgs. Die Anzahl generierter MQLs ist eine konkrete Kennzahl, anhand derer Marketing-Kampagnen bewertet werden können. So lässt sich nachvollziehen, welche Kanäle und Inhalte die qualitativ hochwertigsten Leads liefern.
Arten / Varianten
Bei der MQL-Definition unterscheiden B2B-Unternehmen typischerweise zwischen verschiedenen Qualifizierungsansätzen:
Verhaltensbasierte MQLs werden primär durch ihre Aktionen identifiziert – etwa Website-Besuche, Content-Downloads, E-Mail-Öffnungsraten oder Webinar-Teilnahmen. Ein Lead, der die Demo-Seite dreimal besucht und ein Produktvideo angesehen hat, zeigt klares Kaufinteresse.
Profilbasierte MQLs erfüllen bestimmte demografische oder firmografische Kriterien wie Unternehmensgröße, Branche, Position im Unternehmen oder Budget. Diese Kriterien basieren auf dem Ideal Customer Profile (ICP) des Unternehmens.
Hybride MQLs kombinieren beide Ansätze durch ein Lead-Scoring-Modell, bei dem sowohl Verhaltens- als auch Profildaten in einen Punktwert einfließen. Erreicht ein Lead einen definierten Schwellenwert, wird er automatisch als MQL klassifiziert.
Best Practices
- Klare Kriterien gemeinsam definieren: Marketing und Vertrieb sollten in einem Service Level Agreement (SLA) festhalten, welche Merkmale ein MQL erfüllen muss. Regelmäßige Reviews stellen sicher, dass die Kriterien aktuell bleiben.
- Lead Scoring implementieren: Nutzen Sie ein Punktesystem, das Aktionen und Eigenschaften gewichtet. Ein Whitepaper-Download könnte 10 Punkte wert sein, ein Pricing-Seiten-Besuch 20 Punkte, während die passende Unternehmensgröße weitere 15 Punkte bringt.
- Automatisierung nutzen: Marketing-Automation-Tools wie HubSpot, Marketo oder Pardot können Leads automatisch scoren und bei Erreichen des MQL-Status den Vertrieb benachrichtigen – so geht keine wertvolle Zeit verloren.
- Feedback-Loop etablieren: Der Vertrieb sollte regelmäßig Rückmeldung geben, welche MQLs tatsächlich zu Opportunities wurden. Diese Daten helfen, die Scoring-Kriterien kontinuierlich zu optimieren.
Typische Benchmarks
Die MQL-zu-SQL-Conversion-Rate liegt im B2B-Bereich typischerweise zwischen 13% und 27%, abhängig von Branche und Verkaufszykluslänge. Technologieunternehmen mit komplexen Produkten sehen oft Raten am unteren Ende, während SaaS-Anbieter mit kürzeren Zyklen höhere Werte erreichen.
Die Lead-zu-MQL-Conversion-Rate bewegt sich branchenübergreifend zwischen 5% und 15%. Werte unter 5% deuten auf zu strenge Kriterien oder unpassenden Traffic hin, während Raten über 25% möglicherweise auf zu lockere MQL-Definitionen hinweisen.
Eine gesunde MQL-Velocity – also die Zeit von der Lead-Erfassung bis zur MQL-Qualifizierung – beträgt im B2B-Umfeld durchschnittlich 14 bis 30 Tage.
Zusammenfassung
Der Marketing Qualified Lead ist ein zentrales Konzept für erfolgreiches B2B-Lead-Management. Durch klar definierte Kriterien und ein durchdachtes Lead-Scoring-Modell können Unternehmen ihre Marketing- und Vertriebsressourcen optimal einsetzen und die Conversion-Rate signifikant steigern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb sowie der kontinuierlichen Optimierung der MQL-Kriterien basierend auf realen Ergebnisdaten.